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Traditioneller Almabtrieb in den Kärntner Nockbergen

Ein Blick hinter die Kulissen des herbstlichen Brauchtums

Mit Gustl Pulverer, nicht nur Gastgeber der Thermenwelt Hotel Pulverer in Bad Kleinkirchheim, sondern auch Bauer aus Leib und Seele, blicken wir hinter die Kulissen. Sein Vieh verbringt den Almsommer mit anderen Kühen auf der Wollitzen-Alm aber auch in der Schartenalm in den Nockbergen.

Jedes Jahr am 2. Samstag im September findet der Almabtrieb in Bad Kleinkirchheim in Mitten der Kärntner Nockberge statt. Das jährliche Ritual ist nicht nur ein Höhepunkt für die Gäste des Ortes, es ist auch ein spezieller Tag für die Bauern der Region.

Der Almabtrieb beginnt für ihn schon mit einigen Vorbereitungsarbeiten ein paar Tage vorher. Mit dem Almhalter wird den ganzen Sommer lang Kontakt gehalten. Sobald dieser entdeckt, dass es Probleme gibt mit den Kühen oder Kälbern, werden die Bauern informiert.

Sei es, ob sich ein Tier verletzt hat oder es bei der Geburt eines neuen Kalbes zu Komplikationen kam. In einem feuchten Almsommer, wie diesem, sind Kühe anfällig für Gelenkskrankheiten. Ihre Fesseln schwellen an und dies beeinträchtigt die Beweglichkeit.

In den Tagen vor dem Abtrieb, werden alle Kühe nochmals angeschaut, ob sie für den Weg von der Alm ins Tal auch körperlich geeignet sind. Trainiert für die lange Wegstrecke wurden sie durch ihren Aufenthalt auf der Alm. Sie haben ca. 90 Tage im Freien verbracht, sind deshalb Bewegung gewohnt. So stellt der Marsch mit ca. 700 Höhenmeter Unterschied keine große Herausforderung für das Vieh dar.

Natürlich ist immer Vorsicht geboten. Die Kärntner Nockberge zeichnen sich durch sanfte Kuppen (Nocken) aus, aber Steine liegen immer wieder am Weg. Alle Bauern begleiten ihr Vieh von der Alm ins Tal.

Zusammenkunft ist um 7:00 Uhr in der Wollitzen Alm. Aufgestanden wird weit früher, denn die Wollitzen Alm ist nur über die Nockalmstraße erreichbar – mit dem Auto ca. 45 min vom Bad Kleinkirchheim entfernt. Gemeinsam wird auf der Hütte gefrühstückt und besprochen, wer welches Vieh begleitet.

Das Vieh wurde einen Tag vorher schon zusammengetrieben, da 100 Kühe undKälber nicht so leicht auf einen Fleck gebracht werden können in wenigen Minuten. Das braucht schon länger, bis der ganze Almboden abgesucht wurde und alle zusammengetrieben sind.

Fleißige Helfer sind jederzeit Willkommen bei den Bauern, auch die Kinder sind mit dabei und lassen es sich nicht nehmen zu helfen.

Johanna und Reinhard unterstützen ihren Papa Gustl Pulverer beim Almabtrieb, wie er schon seinem Vater und Großvater, gelebte Familientradition.

Nun geht’s ins Tal. Der Weg führt von der Wollitzen Alm bis hin zur Brunnach Bergstation. Von dort wird dann der Abstieg ins Tal nach St. Oswald angetreten. Damit die Kühe und Kälber sich regenerieren können vom Marsch, wird Halt gemacht im Bergdorf St. Oswald. Das Vieh wird mit Wasser versorgt und geschmückt. Die Rast dauert circa 1-2 Stunden.

Danach werden die letzten 300 Höhenmeter bis nach Bad Kleinkirchheim – immer leicht bergab – bezwungen. Heuer war das Wetter sehr warm, ein Sommertag so zu sagen. Manche Kühe sind mit dem für sie heißen Wetter nicht gut zurecht gekommen und mussten teilweise schon von St. Oswald aus abtransportiert werden, da ein Weitermarsch für sie gesundheitlich nicht gut gewesen wäre.

Unser Chef Gustl Pulverer durfte heuer die “Schlusslicht Kuh” betreuen, wie auch schon letztes Jahr – ein treues “Mädchen”. Sie hat ganz gut mitgehalten aber knapp vor Bad Kleinkirchheim – bei dem Kircherl St. Kathrein – Ursprung des Thermalheilwassers, wollte sie nicht mehr weiter. Auch gutes Zureden und eine Extraportion Wasser haben nicht geholfen. So wurde die Kuh knapp 400 Meter vor dem Ziel in Bad Kleinkirchheim in den heimatlichen Stall kutschiert. Ist gemütlicher als noch die restlichen Hufschritte zu machen. Die Bauern sind in so einer Situation auch machtlos, wenn sich eine 600-800 kg Kuh nicht vom Fleck bewegen will.
Die sportlichen Kühe und Kälber haben es aber ohne Probleme nach Bad Kleinkirchheim geschafft. Auch die kleinen Kälber haben sich wacker gehalten und waren natürlich die große Attraktion beim Almabtrieb.

Beim Schutzpatron des Viehs – dem heiligen Leonhard – wird von den Bauern schön während des Weges und am Schluss des Almabtriebs Dank gesagt für einen schönen Almsommer und für gesundes Vieh.

Gefeiert wird natürlich auch. Ohne Kärntner Schmankerl und passende Getränke, Musik und Tanz endet der Almabtrieb nicht. Für die Gäste und selbst für die Bad Kleinkirchheimer ist es ein besonderer Tag und mitfeiern macht immer Freude.

Am Abend werden dann die Kühe und Kälber in die heimischen Ställe gebracht, wo sie zum ersten Mal nach 90 Tagen wieder ein Dach über dem Kopf haben. Alle anderen Tiere unseres Bauernhof Hochwalder (Schweine, Pferde, Katzen etc.) müssen sich wieder daran gewöhnen ihre Unterkunft mit dem Almvieh zu teilen.

Für Gustl Pulverer heißt es ab nun wieder täglich seine Kühe und Kälber zu versorgen. Untätig, weil sein Vieh auf der Alm war, war er deshalb nicht.

Die Wiesen wurden abgemäht um daraus Heu zu machen für das Winterfutter seiner Kühe und Kälber.

PS: Ein Rückblick auf den Almabtrieb 2010 findet sich hier.

Verfasst von Karoline Friesacher

Karoline ist Chefreceptionistin der Thermenwelt Hotel Pulverer und schreibt für Sie über Interessantes, Wissenwertes und Tipps rund um Therme und Kulinarik.

5 Kommentare zu Traditioneller Almabtrieb in den Kärntner Nockbergen

  1. [...] die Tage so vergehen, bis der Almsommer und seine Abenteuer kommen, überlegt sich das Kälbchen schon, was es den werden wird. Ein Kalbsrücken im [...]

  2. [...] Sie auch wieder Almkönig oder Almkönigin. Die Kühe haben die Almen schon Anfang September beim Almabtrieb verlassen und grasen wieder in den Tallagen. Tierische Begegnungen der besonderen Art, wie zB eine [...]

  3. [...] die Tage so vergehen, bis der Almsommer und seine Abenteuer kommen, überlegt sich das Kälbchen schon, was es den werden wird. Ein Kalbsrücken im [...]

  4. [...] die Tage so vergehen, bis der Almsommer und seine Abenteuer kommen, überlegt sich das Kälbchen schon, was es den werden wird. Ein Kalbsrücken im [...]

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