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Einzigartige Weihnachtsbräuche in Kärnten

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Jede Region hat ihre speziellen Traditionen und Brauchtümer – so auch Kärnten. Vor allem rund um die Advent- und Weihnachtszeit sind einige besondere Bräuche entstanden, die andernorts vielleicht völlig unbekannt sind oder auf eine andere Art gefeiert werden. Von Perchten bis Klöckler hin zu Sternsingern: Die tief verwurzelten, traditionellen Bräuche werden von Generation zu Generation weitergegeben und ermöglichen es Besuchern, Weihnachten auf eine ganz spezielle Weise zu erleben. Wir geben Ihnen einen Einblick in die faszinierenden Weihnachtsbräuche in Kärnten, die die Adventzeit zu etwas ganz Besonderem machen und zeigen, wieso sich ein Besuch in der Weihnachtszeit lohnt.

  • Der blühende Barbarazweig: Die Heilige Barbara hat ihren Gedenk- und Namenstag am 4. Dezember. An diesem sogenannten Barbaratag werden nach einer alten Tradition Zweige von einem Obstbaum, meistens von Kirsch- oder Apfelbäumen oder einer Forsythie, abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Bis zum Heiligen Abend sollen diese Zweige blühen und somit Glück und Segen im kommenden Jahr bringen.
  • Perchten und Rorate als Spektakel aus alten Zeiten: Einer der spektakulärsten Bräuche in Kärnten sind die Perchtenläufe. Rund um den 5. Dezember verkleiden sich Menschen als Krampus und Perchten. Als gruselige, zottelige Gestalten mit furchterregenden Kostümen und wilden Masken ziehen sie durch Dörfer und Städte und sorgen für Wirbel und Unruhe. Die Perchtenläufe in Oberdrauburg und in Feistritz im Rosental sind laut Einheimischen besonders sehenswert. Im Gegensatz zu den Perchtenläufen ist die „Rorate“ ein ruhiger und spiritueller Kontrast. So findet in den frühen Morgenstunden im Advent die Frühmesse bei Kerzenschein statt. Bei Gesang wird die Vorfreude auf Weihnachten zelebriert und im Anschluss an die Messe wird häufig noch zu einem gemeinsamen Frühstück eingeladen.
  • Klöckler, Roateln und die Magie der Täler: In den Tälern Kärntens haben sich einzigartige Bräuche entwickelt. Damals wanderten die Bauernburschen von Haus zu Haus, um den Bewohnern Gesundheit, Glück und Segen für das neue Jahr zu wünschen. Heutzutage ziehen die Bürger im Gegendtal umher, um diesen Brauch nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Die besagten Klöckler beten mit Versen und Gesängen um Einlass. Und wenn dies gelingt, bekommen sie eine deftige Abendjause. Hingegen im Lavant- und Görtschitztal ist das „Roateln“ am Tag der Scherenschleifer ein bekannter Weihnachtsbrauch. In dieser Gegend wird vor Weihnachten alles geschärft, was eine Schneide hat und unter den Tisch gelegt. Bei diesem alten Abwehr- und Bindezauber wird am Heiligen Abend der Tisch weiß gedeckt und ein Reindling, eine Schale Weihwasser und Kerzen darauf platziert. Die Tischbeine umwickeln die Einheimischen mit eisernen Ketten. Diese Tradition soll den Bauern im neuen Jahr Glück und eine gute Ernte bringen, weshalb der Tisch bis zum Neujahrstag so stehen bleibt.
  • Kletzenbrot und grüne Wurst als kulinarische Köstlichkeiten: In der Vorweihnachtszeit ist das fruchtig-nussige Kletzenbrot, das mit getrockneten Birnen, auch Kletzen genannt, Feigen und Nüssen zubereitet wird, ein besonderer Genuss. Dieses Gebäck ist ein absolutes Muss beim Kärntner Weihnachtsfest. In Südkärnten ist die „grüne Wurst“ im Winter ein typisches Gericht. Traditionell werden diese Selchwürste, die frisch hergestellt und nicht geräuchert sind, mit Kraut vor dem Besuch der Christmette an Heiligabend gegessen. An diesem Abend fällt das Essen daher eher karg aus, dafür wird am darauffolgenden Christtag eine üppige Weihnachtsgans oder ein geschmorter Karpfen serviert.
  • Heilige Lucia und die Lichtkrone: Am 13. Dezember wird der Festtag der Heiligen Lucia, die Lichterkönigin, gefeiert. Der Legende nach versorgte die heilige Lucia vor mehr als 1700 Jahren als junges Mädchen heimlich die verfolgten Christen. Diese versteckten sich in ihrer Heimatstadt Syrakus auf Sizilien. Da in den Katakomben Dunkelheit herrschte, setzte Lucia sich eine Lichtkrone mit Kerzen auf und hatte zudem beide Hände frei, um die Lebensmittel zu übergeben. In Kärnten sind vier Kirchen der Heiligen Lucia geweiht: die Pfarrkirche in Altersberg bei Spittal/Drau, die Filialkirche St. Luzia in Aich bei Bleiburg, die Filialkirche am Rupertiberg in der Pfarre St. Egyden/Drau und die Filialkirche Tratten in der Pfarre St. Georgen im Gailtal.
  • Sternsingen in Heiligenblut: Der Brauch des Sternsingens in Heiligenblut reicht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Traditionellerweise wandern 9 Männer-Rotten, begleitet von Musikanten und Laternenträgern, von Haus zu Haus, um die Heilsgeschichte Christi zu verkünden. Der Sternträger führt die Gruppe mit seinem vielzackigen und beleuchteten Stern an. Ein besonderer Brauch beim Sternsingen in Heiligenblut sind die jahrhundertealten Lieder, wie zum Beispiel das „Sternenlied“ oder das „Danklied“. Speisen und Getränke werden zur Stärkung angeboten und abschließend wird in der Wallfahrtskirche von Heiligenblut gefeiert. Das Heiligenbluter Sternsingen wurde 2010 von der UNESO als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet.
  • Die verhüllte Frauengestalt Pehtra Baba: Vor allem im Rosental treibt ein hässliches altes Weib, die „Pehtra Baba“, in den Raunächten ihr Unwesen. Sie verbirgt ihr Gesicht hinter einem schwarzen Stoff oder bestreicht es mit Ruß. Um im laufenden Jahr vor Unheil zu schützen, zieht die Frauengestalt umher und kehrt mit ihrer zweizinkigen Gabel in die Stube des Bauernhauses ein. Bekommt sie bei diesem speziellen Ritual die geforderten Würste, bleibt das Haus vor Unheil verschont. Doch seien Sie auf der Hut, falls nicht. In Kärnten ist dieser Brauch am Vorabend des Heiligen Drei Königstages weit verbreitet.
  • Kirchleintragen als besonderes Ritual: Am Abend vor Maria Lichtmess findet am 1. Februar das Kirchleintragen in Bad Eisenkappel statt. Im Jahre 1180 wurde die gesamte Ortschaft bei einer großen Hochwasserkatastrophe überschwemmt, wobei nur die Kirche Maria Dorn verschont blieb. Als Zeichen der Dankbarkeit basteln Kinder jedes Jahr Kirchlein in unterschiedlichen Größen aus Papier und Holz. Diese werden an einem Stock befestigt und mit einer Kerze erleuchtet. Nach dem Umzug werden die Kirchlein vom Stock genommen und in den Vellachbach gesetzt.

Tradition und Magie: Erleben Sie gelebtes Brauchtum in Kärnten

Viele dieser Advent- und Weihnachtsbräuche haben sich über Jahrhunderte hinweg in Kärnten entwickelt und etabliert. In unserer Region wird Brauchtum gelebt und Besucher sind herzlich eingeladen, an den verschiedenen Traditionen teilzunehmen. Diese Bräuche haben Ihr Interesse an einer Auszeit im Advent oder einen Aufenthalt im neuen Jahr geweckt? Mit unseren Winterangeboten erleben Sie unser Kärntner Brauchtum hautnah. Das Hotel Pulverer ist der ideale Ausgangspunkt für diese einzigartigen Traditionen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und heißen Sie in unserem Hotel in Bad Kleinkirchheim herzlich willkommen.

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